Was wir hier in China vermissen ...
1. effizientes, freundliches Staatspersonal
2. ein Zugbillet zu kaufen, ohne dafür zwei Stunden anstehen zu müssen, bloss
um zu erfahren, dass die gewünschte Verbindung bereits ausgebucht sei
3. än zünftige Schälle-Trumpf mit Puur-Näll z’föift und eme Drüüblatt vom Rösli Ass aaz’säge
4. objektive & kritische Berichterstattung in Zeitung und Fernsehen sowie zensurfreies Internet
5. ein Strassenverkehrsgesetz beziehungsweise dessen Befolgen
6. Schlange zu stehen, ohne permanent von dreisten Chineslein überholt zu werden, welche man dann freundlich auf die Kunst des Anstehens aufmerksam machen muss
7. Sinn für Ironie
8. einen gemütlichen Abend mit einer köstlichen Flasche Wein, frischem,duftendem Brot mit knuspriger Kruste, einer leckeren Auswahl italienischer Antipasti und einem unterhaltsamen Gespräch mit Freunden „uf schwiizertüütsch“
9. den Zürichsee und die Limmat, oder anders gesagt: All die sauberen und wunderschönen Gewässer in der Schweiz, welche man ohne Bedenken bebaden kann
10. ... und „last but not least“ unsere Familien und Freunde, welche auch 1.3 Milliarden Chinesen nicht zu ersetzen vermochten
Was uns in der Schweiz wohl fehlen wird ...
1. die knüppelharte aber irgendwie doch wohltuende Behandlung durch unsere zwei äusserst liebenswerten, blinden Masseure
2. das hervorragende sichuanesische Essen in unserem bewährten „Luxus“- restaurant, wo man zu zweit für 15 Franken absolut gediegen diniert
3. die alten Leute in Mao-Kluft mit zu grossen, schräg sitzenden Hornbrillen in Pärken und auf öffentlichen Plätzen zu beobachten, welche ihren Lebensabend mit Karten spielen, Musizieren, Tanzen und Tratschen verbringen
4. knusprig angebratene Jiaozi; frische, saftige Ente und „Pommes Frites à la Sichuanoise“
5. auf dem Markt einzukaufen und all die exotischen Produkte zu betrachten und erschnuppern
6. ganze Nachmittage im Stadtpark zu verbringen, Jasmintee zu schlürfen und dabei fette Karpfen zu füttern
7. wildfremde Leute beim Smalltalk ungeniert nach ihrem Gehalt zu fragen
8. mit kleinen Geschenken riesige Freude zu bereiten
9. nach dem Einstandspreis eines Produktes zu fragen, vom Händler eine absurd hohe Zahl zu hören bekommen, die Antwort mit einem Lächeln zu quittieren, einen Bruchteildes Preises als Gegenvorschlag einzubringen, eine empörte Absage zur Kenntnis zu nehmen, uninteressiert davonzutrotten, ein aufgeregtes „OK,OK!“ hinterher gerufen zu bekommen und schliesslich mit dem womöglich noch immer überbezahlten) Objekt der Begierde und dem Gefühl eine Schlacht erfolgreich geschlagen zu haben, den Nachhauseweg anzutreten
10. die unzähligen Fragen unserer neugierigen Studenten über das geheimnisvolle
Leben im fernen Westen
10. Juli 2009
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